29. Juli 2026

Geschäftsbetrieb der Steinkamp GmbH Werkzeug- und Maschinenbau wird im vorläufigen Insolvenzverfahren zunächst fortgeführt

Espelkamp/Betzenweiler. Das Amtsgericht Ravensburg hat mit Beschluss vom 22. Juni 2026 die
vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Steinkamp GmbH Werkzeug- und
Maschinenbau angeordnet und Herrn Diplom-Wirtschaftsjurist (FH) Tobias Sorg, dmp solutions GmbH,
Ulm, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens wird derzeit uneingeschränkt fortgeführt. Ziel des vorläufigen
Insolvenzverfahrens ist es, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens umfassend zu analysieren
und die Voraussetzungen für eine mögliche Fortführung oder andere Sanierungslösungen zu prüfen.
Derzeit werden sämtliche Handlungsoptionen ergebnisoffen bewertet.

Die Steinkamp GmbH Werkzeug- und Maschinenbau ist ein traditionsreiches Unternehmen des
Werkzeug-, Formen- und Maschinenbaus. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Werkzeuge,
Formen sowie Maschinen und Anlagen und begleitet seine Kunden von der Konstruktion und
Entwicklung über die Fertigung bis hin zur Inbetriebnahme. Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch
Prototypenfertigung, Vorrichtungs- und Sondermaschinenbau sowie die Lohnfertigung komplexer
Präzisionsbauteile und Serviceleistungen. Zu den Kunden zählen insbesondere Unternehmen der
Automobil-, Kunststoff- und Zulieferindustrie. Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in das Jahr
1970 zurück. Nachdem über die frühere Steinkamp GmbH & Co. KG im Jahr 2021 ein Insolvenzverfahren
durchgeführt worden war, wurde der operative Geschäftsbetrieb zum 1. Juli 2023 im Rahmen einer
Investorenlösung auf die heutige Gesellschaft übertragen. Dabei konnten sowohl der
Produktionsstandort in Espelkamp als auch ein Großteil der Belegschaft erhalten werden.

Die Geschäftsleitung befindet sich seit September 2025 in Betzenweiler (Baden-Württemberg). Der
operative Geschäftsbetrieb mit Produktion und Fertigung wird jedoch am Standort Espelkamp in
Nordrhein-Westfalen geführt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen derzeit 71 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, darunter zehn Auszubildende.

Nach den bisherigen Erkenntnissen führten mehrere Faktoren zu der wirtschaftlichen Krise.
Insbesondere der deutliche Rückgang von Aufträgen aus der Automobilindustrie belastete das
Unternehmen erheblich. Die Bemühungen, neue Marktsegmente zu erschließen und die
wirtschaftliche Entwicklung durch Restrukturierungsmaßnahmen zu stabilisieren, reichten letztlich
nicht aus. Hinzu kamen erhebliche Liquiditätsengpässe, die sich insbesondere nach einer
Kontopfändung im Frühjahr 2026 weiter verschärften und schließlich zur Stellung des Insolvenzantrags
führten.

„Unsere Aufgabe besteht nun darin, uns in kurzer Zeit ein möglichst vollständiges Bild über die
wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu verschaffen. Parallel arbeiten wir gemeinsam mit der
Geschäftsführung daran, den laufenden Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und alle denkbaren
Fortführungs- und Sanierungsoptionen sorgfältig zu prüfen. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es jedoch
verfrüht, Aussagen über den weiteren Verlauf oder eine mögliche Zukunftslösung zu treffen", erklärt
der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Sorg.

Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit
bis einschließlich Juli 2026 abgesichert. Die entsprechenden Maßnahmen zur Vorfinanzierung des
Insolvenzgeldes wurden bereits eingeleitet.

In den kommenden Wochen wird der vorläufige Insolvenzverwalter gemeinsam mit der
Geschäftsführung die wirtschaftlichen und operativen Rahmenbedingungen weiter analysieren. Ziel ist
es, belastbar beurteilen zu können, ob und in welcher Form der Geschäftsbetrieb langfristig fortgeführt
werden kann. Eine Entscheidung hierüber ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht möglich